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GEDENKEN - giovedì 17 ottobre 2019 

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[DIE SUCHE NACH DER WAHRHEIT]

Langes Schweigen


Über fast 50 Jahre hinweg hat unser Land die 560 unschuldigen Opfer von Sant’Anna di Stazzema vergessen. Sehr viele von ihnen waren Frauen und Kinder.
Dabei kamen gleich nach Kriegsende verschiedene Untersuchungkommissionen nach Sant’Anna, zuerst englische, dann amerikanische und vor dem Prozess in Bologna schließlich auch italienische. Die neu geschaffenen Behörden (Polizei und Carabinieri) hörten den Überlebenden zu, sammelten Informationen und verfassten Berichte.
In den Zeugenaussagen werden die Geschehnisse geschildert und einige am Massaker beteiligte Personen identifiziert, hauptsächlich italienische Kollaborateure. Diese ganze beweiskräftige Dokumentation schien jedoch im Nichts zu verschwinden.
Die Angehörigen der Opfer und die Überlebenden bekundeten verschiedenen Stellen gegenüber offen ihren Unmut über die gänzliche Abwesenheit der Behörden sowohl hinsichtlich materieller und psychologischer Unterstützung für die Überlebenden als auch in Bezug auf fehlende Ergebnisse aus den durchgeführten Ermittlungen. Das dokumentieren eine Reihe von Telegrammen an den damaligen Kriegsminister und die alliierten Militärgerichte, in denen zahlreiche Überlebende einforderten, als Zeugen gehört zu werden.
Umsonst forderten viele Überlebende und Angehörige von Beginn an, dass auch das Massaker vom 12. August 1944 in die Liste der Vorwürfe gegen Feldmarschall Kesselring (Oberkommandierender der deutschen Truppen in Italien) aufgenommen wird.

Während des Prozesses gegen General Max Simon, Kommandant der 16. SS-Panzergrenadier-Division, vor einem britischen Militärgericht in Padua 1951 wurden endlich einige Überlebende des Massakers von Sant’Anna als Zeugen gehört. Das Massaker von Sant’Anna war einer von sechs Anklagepunkten gegen Simon. Er wurde dieses Verbrechens sowie aller anderen für schuldig befunden und zum Tod durch Erschießen verurteilt. Das Urteil wurde 1948 in lebenslängliche Freiheitsstrafe umgewandelt. Später wurde Simon begnadigt.

Auch 1951, beim Prozess gegen Major Walter Reder, Kommandant der 16. SS-Panzer-Aufklärungsabteilung, vor dem Militärgericht Bologna war das Massaker von Sant’Anna einer der Anklagepunkte. Im Gegensatz zu den anderen Vorwürfen (Marzabotto, Bardine-San Terenzo) wurde Reder bezüglich Sant’Anna am 31. Oktober 1951 aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Seit 1951 jedoch geriet das Massaker von Sant’Anna di Stazzema in Vergessenheit.
Niemand wusste, welches Ende die juristischen Ermittlungen gefunden hatten. Die tatsächlichen Täter sind nie ermittelt worden: Es schien, als gebe es im Fall von Sant’Anna keine Schuldigen.
Noch immer war das Dorf komplett isoliert, es gab weder eine Straße noch Telefone. Für die wenigen um Gerechtigkeit kämpfenden Zurückgebliebenen war es ungeheuer schwierig, sich Gehör zu verschaffen.

Bis Mitte der Neunziger Jahre wurde nicht mehr über Sant’Anna di Stazzema gesprochen. Die Gründe dafür sind zahlreich und umstritten. Entscheidend waren in der Nachkriegszeit sicher diplomatische Fragen auf internationaler Ebene, die nachfolgenden Regierungen fürchteten sich wiederum davor, eines der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte in aller Offenheit behandeln zu müssen.

Erste Informationen über die Verantwortlichen des Massakers wurden 1995 bekannt, als nach einer offiziellen Anfrage an das Staatsarchiv der USA seitens der Gemeinde Stazzema und des Vereins der Märtyrer von Sant’Anna Akten überstellt wurden. Diese Dokumente unterlagen nach 50 Jahren nicht mehr der Geheimhaltung. Sie betrafen die von den Untersuchungskommissionen angestrengten Ermittlungen in der Zeit unmittelbar nach dem Massaker.



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