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GEDENKEN - giovedì 17 ottobre 2019 

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[DAS MASSAKER]

Nach dem Massaker

Aus dem Bericht von Don Giuseppe Evangelisti

Immagine:


Als die Männer und die wenigen anderen Überlebenden in den ersten Nachmittagsstunden aus ihren Verstecken kamen, kümmerten sie sich zuerst um die Verletzten, die ins Feldlazarett von Valdicastello gebracht wurden. Die Überreste der meist verkohlten Leichen setzten sie in Gräbern in ihren Gärten bei.

Don Giuseppe Evangelisti erinnert sich:
“Der erschütterndste Anblick bot sich auf dem Kirchplatz: in der Mitte lag eine Masse aus Kadavern, das Fleisch schien noch zu brutzeln; an einer Seite der Körper eines etwa dreijährigen Kindes, ganz angeschwollen und vom Feuer aufgerissen, mit steifen hochgereckten Armen, so als würde es um Hilfe bitten. Und ringsherum Häuser, in denen es noch immer flackerte und knisterte. In der Kirche mit der weit aufgerissenen Tür sah man eine große Feuerstelle aus Bänken und Möbeln und in der Luft lag der typische Gestank gebratenen Fleisches, der das Atmen fast unmöglich machte und sich über das ganze Tal ausbreitete.
Die Beisetzung dieser Leichen erfolgte am 14. August, es halfen dabei etwa 30 aus Culla gekommene Freiwillige. Die Arbeit war ziemlich schwierig und gefährlich, insbesondere wegen der großen Wolken voller Stechfliegen, deren Stiche tödliche Erkrankungen verursachen konnten. Wir hatten weder Atemschutzmasken noch Desinfektionsmittel. Wir hatten nur eine kleine Flasche Alkohol und etwas Baumwolle, um uns damit die Nase abzutupfen.

Auch hier passierte etwas, das uns alle tief bewegt hat: unter den Leichen befanden sich die Mitglieder der zahlreichen Familie von Antonio Tucci, einem Offizier der Marine. Er stammte aus Foligno, war in La Spezia stationiert und nach mehreren Evakuierungen hier oben gelandet. Seine Familie bestand aus acht Kindern (im Alter zwischen wenigen Monaten und 15 Jahren) und seiner Frau. Während ihre Grube ausgehoben wurde kam plötzlich Tucci angerannt und warf sich, wie ein Besessener schreiend, auf das Gewirr aus Leichen: “Mich zusammen mit ihnen!” schrie er. Wir mussten ihn solange festhalten, bis er sich beruhigt hatte. Für einige Tage war er wie ein Halbverrückter.
Auf dem Kirchplatz lagen 132 Leichen, davon 32 Kinder. Weitere acht Kadaver fand man hinter dem Glockenturm, wahrscheinlich handelte es sich um die Munitionsträger, die die Deutschen im Tal festgenommen hatten.

Aus Furcht, die Deutschen könnten zurückkehren, um ihr Werk zur Vernichtung der kleinen Gemeinde zu vollenden, flüchteten sich in den unmittelbar folgenden Tagen die Überlebenden in Notbehausungen in den Gebirgsschluchten. Versteckt in Höhlen, in kleinen Verschlägen zum Kastanientrocknen, in den Tunneln der nahen Bergwerke, wie weidwundes Vieh, nicht ahnend, was in der Versilia vor sich ging und immer begleitet von der Fassungslosigkeit über die erlittenen Qualen, überlebten mehr als einen Monat lang unter großen Entbehrungen etwa 180 Menschen. Einziges Nahrungsmittel war das nachts in den zurückgelassenen Gärten geerntete Gemüse.

Nach Ankunft der Alliierten Ende September kehrten die Überlebenden ins Dorf zurück und bezogen sowohl die wenigen intakt gebliebenen als auch die zum Schutz vor dem harten Winter nur mit Stroh gedeckten Häuser. Erst ab Ende 1945, nach der Befreiung und nach Kriegsende, war es möglich, mit dem Wiederaufbau des Dorfes zu beginnen. Die benötigten Balken wurden aus Kastanienbäumen gefertigt. Um Kalk herstellen zu können, wurden die Brennöfen wieder in Betrieb genommen und im Schiefersteinbruch gewann man die Platten zum Decken der Dächer.
Die Einschusslöcher in den Hauswänden wurden mit Gips geschlossen, um die sichtbarsten Spuren der dramatischen Ereignisse zu beseitigen. Das Kircheninnere wurde neu gestrichen und die von den Nazis zerschossenen Orgelpfeifen entfernt. Diese Arbeiten erfolgten wegen des Bedürfnisses der Dorfbewohner, in der Zeit unmittelbar nach dem Massaker erst einmal das Geschehene zu vergessen und Bedingungen zu schaffen, die ein normales Leben möglich machten.

Ebenso stark war der Wunsch nach einem würdigen Begräbnis für alle Opfer. Die Gemeinde Stazzema schrieb noch 1945 einen Wettbewerb aus, um die Märtyrer des Blutbades mit einem Beinhaus in Form eines Denkmals zu ehren. Viele der Überlebenden drängten darauf, das Denkmal auf dem Kirchplatz zu bauen, da dieser Ort Schauplatz einer der tragischsten Episoden während des Massakers war. Es überwog jedoch die Notwendigkeit, das Denkmal so zu errichten, dass es sowohl von den umliegenden Bergen als auch aus dem Tal und sogar vom Mittelmeer aus sichtbar sein würde. Deshalb wurde der Col di Cava ausgewählt.
Im Jahr 1947 begannen die Arbeiten zum Bau des Denkmals, in dessen Inneres die Überreste der Opfer aus den Massengräbern überführt wurden. Offiziell wurde es am 12. August 1948 eingeweiht, am vierten Jahrestag des Massakers.



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