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GESCHICHTE - martedì 27 settembre 2022 

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la storia








[KRIEGSGESCHEHEN]

Die resistenza



Die italienische Resistenza fügte sich in die in Europa entstandene antifaschistische Oppositionsbewegung ein, wies jedoch besondere Merkmale auf. In den militärisch besiegten und von den Nazis besetzten Ländern (wie Frankreich, Belgien, Dänemark, Niederlande, Norwegen, Griechenland, Jugoslawien oder Albanien) stellte der Widerstandskampf die zweite Phase eines bereits laufenden Krieges dar. Unter Führung der faschistischen Diktatur hatte Italien bis zum 8. September 1943 als Verbündeter des Reiches an einem Angriffskrieg teilgenommen und war selbst Besatzungsmacht.
Die Resistenza entstand erst nach dem Fall des faschistischen Regimes am 25. Juli 1942 und nach der Unterzeichnung des Waffenstillstands mit den Alliierten, als die eben neu konstituierten demokratischen Kräfte die Bevölkerung dazu aufriefen, sich zu organisieren, um die Faschisten und die Deutschen zu vertreiben. Diese Aufforderung stand in deutlichem Gegensatz zu der vom Königshaus verfolgten Politik der Feigheit und Flucht, denn sie drückte den Willen eines anderen Teils Italiens aus - des Italiens der Befreiung. Im Falle Italiens handelt es sich also nicht um die Fortsetzung eines verlorenen Krieges, sondern um den Beginn eines neuen Krieges, eines Befreiungskrieges.

Die ersten Partisanengruppen, denen etwa zehntausend Menschen angehörten, begannen ab dem Herbst 1943 in Nord- und Mittelitalien zu operieren. Schon in den Tagen unmittelbar nach Beginn der deutschen Besatzung am 8. September 1943 hatten sich einige italienische Militäreinheiten dem Entwaffnungsversuch durch die Deutschen widersetzt. Obwohl es sich dabei nur um sporadische Aktionen handelte, deren Bedeutung gering war und die aufgrund der unverhältnismäßigen Kräfteverteilung zum Scheitern verurteilt waren, sind sie dennoch für einen Gemütszustand und Widerstandswillen charakteristisch gewesen, der sich in der Bevölkerung umso breiter machte, je mehr die deutschen Armeen nach Norden gedrängt wurden. Zu den wichtigsten militärischen Widerstandsaktionen gleich nach der Besatzung gehören die Kämpfe in Rom bei der Porta San Paolo und in Piombino in der Toskana.

Die „Vier Tage von Neapel“ (27. bis 30. September 1943) waren ein spontaner Volksaufstand. Mit großem Mut und ebenso großen Opfern gelang es, die deutschen Truppen zu überwältigen und die Stadt schon vor dem Einmarsch der Alliierten zu befreien. In ganz Mittel- und Norditalien, dem von den Deutschen besetzten Teil des Landes, behauptete sich die Widerstandsbewegung, obwohl Nazis und Faschisten sie mit Entschlossenheit und Grausamkeit bekämpften. Es waren Monate der Begeisterung, aber auch des Terrors.

Im Frühjahr 1944 wuchsen die Partisanengruppen auf 30000 Mitglieder an, zum Sommeranfang waren es schon 70000 bis 80000 und in den ersten Monaten des Jahres 1945 zwischen 120000 und 130000 bewaffnet Kämpfende. Um diese Gruppen formierten sich heterogene Kräfte, die sich auf Grund ihrer politischen und ideologischen Positionen unterschieden. Hier fanden sich Menschen verschiedenen Alters und Geschlechts, Angehörige unterschiedlicher sozialer Schichten und Religionen, herausragende Persönlichkeiten des Antifaschismus, die das faschistische Regime bereits in den zwanzig Jahren seiner Macht bekämpft hatten, aber auch Soldaten, die während des Krieges die zerstörerische Demagogie des Faschismus kennen gelernt hatten und Jugendliche, die sich der Einberufung in die faschistischen Streitkräfte der RSI widersetzten und es angesichts der brutalen deutschen Besatzung vorzogen, sich der Opposition und dem Befreiungskampf anzuschließen.

Die Resistenza war ein sehr komplexes und vielschichtiges Phänomen. Sie war in der Lage, um sich herum zahlreiche politische Kräfte mit oft verschiedenen und manchmal gegensätzlichen Idealen und Erwartungen zu mobilisieren. Nach aktuellen Schätzungen gehörten 40 bis 50 Prozent der Partisanen den kommunistischen Einheiten an (Brigate Garibaldi = Garibaldi-Brigaden). Weitere 30 Prozent standen der Aktionspartei nahe (Brigate di Giustizia e Libertá = Brigaden der Gerechtigkeit und Freiheit). Die übrigen kämpften in sozialistischen und katholischen Verbänden. Es gab sogar monarchistische Einheiten, die sich selbst als unpolitisch bezeichneten und sich auf Marschall Badoglio bezogen.
Anfängliche Gegensätze wie die eben beschriebenen wurden überwunden und während des Krieges zurückgestellt, um auf politischer und militärischer Ebene für umfassende Vereinbarungen Platz zu machen, die die Bestimmung gemeinsamer Ziele, die Entwicklung einer effizienten und klaren Koordinierung sowie die Schaffung einer Art organisierten und strukturierten Armee ermöglichten.
Die größten organisierten antifaschistischen Parteien – Kommunistische Partei, Sozialistische Partei, Christdemokraten, Aktionspartei, Demokratische Arbeitspartei und Liberale Partei – bildeten das Nationale Befreiungskomitee CLN (Comitato di Liberazione Nazionale), dem die politische Leitung anvertraut wurde. Die im CLN gebildeten Militärkomitees übernahmen die Verantwortung für die Organisation der Widerstandsgruppen in den Städten und im Gebirge.

Der Partisanenkrieg war aufreibend, äußerst hart und unvollkommen. Die notwendige Spontaneität vieler Aktionen bereitete ebenso Schwierigkeiten wie die Bedingungen in der Illegalität, angefangen beim Problem, die Verbindungen und Kontakte aufrechtzuerhalten über den Mangel an Waffen bis hin zu den häufigen grausamen Vergeltungsmaßnahmen der Nazis. Im Befreiungskampf in Italien fielen über 30000 Partisanen und 10000 unbewaffnete Zivilisten. Neben den knapp 700000 italienischen Militärinternierten, die sich nach dem 8. September 1943 geweigert hatten, der Republik von Saló beizutreten, wurden 40000 Menschen aus Italien in die Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis deportiert.
Trotzdem konnte die Resistenzabewegung Fuß fassen und sich ausbreiten, sie überstand die zahllosen Verhaftungen, Folterungen, Deportationen, Hinrichtungen und Vergeltungsmaßnahmen. Die Resistenza fand immer größeren Rückhalt in den örtlichen Gemeinschaften, sie genoss die Zustimmung und Unterstützung des größten Teils der Zivilgesellschaft. Sie bezog die gesamte Bevölkerung ein, forderte eine neue Verantwortung, weckte Solidarität, erzwang Einverständnisse oder ließ zumindest keinerlei Neutralität zu. Mit dem Andauern des bewaffneten Kampfes und der damit einhergehenden unvermeidlichen Gewalt und Grausamkeit schrumpfte sicher auch der anfängliche Enthusiasmus, Feindseligkeiten tauchten auf und Unduldsamkeit im schwierigen täglichen Zusammenleben von Partisanen und Bevölkerung. Dennoch hatte der republikanische Faschismus mit seinen Versuchen, die Resistenza zu kriminalisieren, keinen Erfolg, obwohl man der Bevölkerung den Widerstand als verbrecherisches Treiben von Rebellengruppen und Straßenräubern präsentierte. Auch in den gleichgültigsten gesellschaftlichen Bereichen verbreitete sich das Bewusstsein darüber, dass die Partisanen gegen den wirklichen Feind, die deutschen Invasoren, kämpften. Die deshalb unternommenen propagandistischen Anstrengungen der nunmehr als Verräter abgestempelten italienischen Faschisten scheiterten.



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